Soziale Verantwortung sichtbar machen

Auch in Darmstadt leben Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind. Ein Leben ohne festen Wohnraum ist häufig nicht nur mit materieller Not verbunden, sondern auch mit gesellschaftlicher Ausgrenzung, Unsichtbarkeit und dem Verlust von Würde. Ein solidarisches Gemeinwesen muss diesen Menschen mit Mitgefühl, Respekt und konkreter Unterstützung begegnen. https://www.unsichtbar-ev.de/

Um sowohl Mitgefühl als auch Hilfsbereitschaft im Alltag zu fördern, braucht es niedrigschwellige und sichtbare Maßnahmen. Ein bewährtes Mittel hierfür sind Pfandringe an öffentlichen Mülleimern. Sie machen deutlich, dass Pfandflaschen nicht weggeworfen, sondern einfach daneben abgestellt werden können. So wird Menschen, die auf das Sammeln von Pfand angewiesen sind, ein würdevoller Zugang ermöglicht, ohne dass sie in Abfallbehälter greifen müssen. Pfandringe schaffen Bewusstsein, senken Hemmschwellen und fördern ein respektvolles Miteinander im öffentlichen Raum. Wir fordern daher, an allen öffentlichen Mülleimern in Darmstadt Pfandringe oder vergleichbare Lösungen anzubringen. https://pfandring.de

Darüber hinaus setzen wir uns für die Wiedereinrichtung einer Schenkwand ein. Eine Schenkwand ist ein öffentlicher Ort, an dem Kleidung und andere gut erhaltene Gegenstände gezielt für obdachlose Menschen gespendet werden können. Eine solche Wand existierte bereits an der Stadtbibliothek und wurde von vielen Bürger:innen genutzt. Wir fordern, erneut eine Schenkwand im Stadtgebiet zu installieren, um das Spenden von Gegenständen wieder stärker in den Fokus der Gesellschaft zu rücken und konkrete Hilfe dort zu ermöglichen, wo sie dringend benötigt wird. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, soziale Verantwortung im Alltag sichtbar zu machen und den Zusammenhalt in unserer Stadt zu stärken. Ein soziales Miteinander zeigt sich nicht zuletzt darin, wie wir mit den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft umgehen.

Housing First gegen Obdachlosigkeit

Das Konzept „Housing First“ bietet zahlreiche Vorteile im Kampf gegen Obdachlosigkeit. Im Mittelpunkt steht dabei das unmittelbare Bereitstellen einer eigenen Wohnung für obdachlose Menschen – ohne Vorbedingungen wie Abstinenz oder die Teilnahme an bestimmten Programmen. Dies schafft Stabilität und Sicherheit, wodurch Betroffene besser in der Lage sind, weitere soziale oder gesundheitliche Herausforderungen anzugehen. Das Modell respektiert die Würde der Menschen und stärkt ihre Selbstbestimmung, was zu einer höheren Lebenszufriedenheit führt. Studien zeigen, dass Housing First die nachhaltige Reintegration in die Gesellschaft fördert, Rückfälle in die Obdachlosigkeit reduziert und dadurch insgesamt kosteneffizienter ist. https://www.researchgate.net/publication/325607086_Strategien_sozialraumlicher_Integration_von_Wohnungslosen Kriminalisierung und Vertreibung vulnerabler Menschen ist offensichtlich keine Lösung. In Darmstadt gibt es bisher nur begrenzte Housing First Angebote. https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/housing-first-wohnungen-fuer-obdachlose-in-darmstadt-4094771 Wir wollen daher den Housing First-Ansatz in Darmstadt ausweiten.