Gleiches Arbeitsrecht für alle

Beschäftigte in kirchlichen Einrichtungen wie Schulen, Kitas oder Pflegeeinrichtungen sind durch das „kirchliche Arbeitsrecht“ häufig von Mitbestimmungsrechten ausgeschlossen, etwa wenn es um die Gründung von Betriebsräten geht.

https://www.pdh.eu/programmatik/kirchliches-arbeitsrecht/

Dies führt dazu, dass Arbeitsbedingungen und Arbeitsqualität hinter denen in kommunalen oder privaten Betrieben zurückbleiben. Die besondere Stellung der Kirchen als Arbeitgeber, die sich auf ihr Selbstbestimmungsrecht berufen, darf nicht länger auf Kosten der Beschäftigten gehen.

Wir fordern daher die Abschaffung des kirchlichen Arbeitsrechts für kommunale Gesellschaften und Einrichtungen. Es ist nicht hinnehmbar, dass öffentliche Gelder in Strukturen fließen, die Mitbestimmung und faire Arbeitsbedingungen behindern. Bei der Fusion der Darmstädter Krankenhäuser hätte es auch zu einer kirchlichen Trägerschaft kommen können, womit die Angestellten des Klinikums plötzlich keinen Betriebsrat mehr garantiert hätten.

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/klinikfusion-darmstadt-klinikum-elisabethenstift-beschaeftigte-4969233

So etwas aus der Zeit gefallenes können die Angestellten und die Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt nicht wollen! Betriebsräte müssen überall möglich sein – auch in Bildung und Pflege. Das würde nicht nur die Arbeitsqualität verbessern, sondern auch die Zufriedenheit und Motivation der Beschäftigten erhöhen.

Auch ver.di fordert schon lange die vollständige Gleichstellung kirchlicher Beschäftigter, um echte Teilhabe und Mitbestimmung sicherzustellen.

https://www.verdi.de/gesundheit-soziales-bildung/wir-fordern-gleiches-recht

Es ist Zeit, dass kommunale Gesellschaften mit gutem Beispiel vorangehen und sich von den Sonderregelungen des kirchlichen Arbeitsrechts verabschieden. Wir wollen in Darmstadt mit gutem Beispiel vorangehen.

Stadt statt Kirchen

Die Kirche ist auf dem Rückzug. Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen nach Skandalen um Missbrauch schwinden damit auch die finanziellen Möglichkeiten. Teilweise ist das bedauerlich, wenn zum Beispiel Jugendeinrichtungen wie die „Huette“ schließen müssen. https://www.hessenschau.de/gesellschaft/hessens-aeltestes-jugendzentrum-in-darmstadt-schliesst-die-huette-hat-ein-herz-v1,jugendzentrum-darmstadt-100.html Wir setzen uns dafür ein, solche für Kultur und Miteinander sowie die Entwicklung der Jugend wichtigen Einrichtungen zu erhalten und private oder kommunale Konzepte ohne kirchliche Träger zu erarbeiten, um etablierte Orte und Zentren erhalten zu können und auch den erfahrenen Mitarbeitern dieser Einrichtungen eine sichere Perspektive zu geben. Investitionen in Soziales und Bildung zahlen sich mehrfach für die Stadt aushttps://www.telepolis.de/article/Soziale-Rendite-Warum-sich-Menschlichkeit-auch-finanziell-rechnet-10348524.html.