In Schaafheim und Babenhausen sehen die Bürgerinnen und Bürger die erschreckenden Folgen für Mensch, Umwelt und Tierschutz, denn dort werden seit Jahrzehnten Sandressourcen abgebaut. Wir sehen den hiesigen gigantischen Rohstoffabbau kritisch und mussten feststellen, dass trotz dem erheblichen Rückgang der Bautätigkeit in der Region seit dem Bauboom der 70er und 90er Jahren in immer kürzeren Zeitabständen immer mehr Sand auf immer größeren Anbauflächen gewonnen wird.

Die für Neubau benötigte Materialmenge skaliert mit der Zunahme an Wohnraum zzgl. des Gebäudeabrisses, der aber eher nebensächlich ist, sowie der Materialeffizienz. Hinzu kommen Export, Bauwerke für Industrie, Gewerbefläche und natürlich Infrastruktur. Hier ist der Bau des Riederwaldtunnels in Frankfurt zu nennen, der große Mengen Bausand verschlingt. Zu den tatsächlichen Fördermengen existieren jedoch wenig präzise Zahlen. Wir können diese nur anhand der bekannten Neubauten schätzen.

Es gibt keine Kontrollmechanismen, die transparent machen, was mit dem Sand- und Kies aus Südhessen geschieht und wohin er verkauft wird. Wir möchten den Konflikt mit der Sandindustrie, der durch vielfältige Probleme entsteht, wie die Rodung von Bann- und Schutzwäldern, Verlust von landwirtschaftlichen Flächen und Böden, Folgen für die Bevölkerung, die Zerstörung von Lebensräumen für viele Lebewesen, die Gefährdung des Grundwassers und der Trinkwasserversorgung durch immer schnelleren Rohstoffabbau, ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen und nachhaltige Lösungen finden.

Das Bergrecht steht über Menschen-, Klima-, Natur- und Artenschutzrechten und deshalb müssen sich Kommunalpolitik auch auf Kreisebene mit diesem wichtigen Thema befassen. Der industrielle Abbau von Sand und Kies darf nicht mehr dazu führen, dass Menschen enteignet und Flächen auf Kosten künftiger Generationen zerstört werden.

Die Firmen setzen ihre Profitinteressen über die Interessen und die Gesundheit der Bewohner, da zum Beispiel Quarzsand krebserregend ist. Statt ein nachhaltiges Rohstoffkonzept werden in Babenhausen die Sandseen immer größer. In den letzten Jahrzenten wurden viele Abbaustandorte in Hessen stillgelegt.https://www.hessenschau.de/panorama/weniger-sand--und-kiesabbaustellen-v1,kurz-616.html Die Verbleibenden wachsen seit einiger Zeit daher schneller. Die Firmen stellen immer schneller Anträge zum Abbau und immer schneller werden immer größere Flächen abgebaut. Diese gehen künftigen Generationen für sehr lange Zeit als landwirtschaftliche Flächen oder Wald verloren. Zentrale Frage sind: Wo geht der ganze Sand hin? Was bedeutet die Zerstörung vieler hundert Hektar für das Überleben von Lebewesen in der Region? Welche Folgen hat die maßlose Erweiterung für Menschen und Umwelt sowie für ihre gemeinsame Zukunft? Sind Trinkwasserversorgung und Schutz von Lebensraum wichtiger als der Massenrohstoff „Sand“?

Handeln

Baumhaus "Parteibüro" bei der Besetzung im Langener Bannwald.

Wir haben als Klimaliste / Tierschutzpartei die Waldbesetzung in Langen gegen den Ausbau der dortigen Kiesgrube mit unterstützt. Seit der zweiten Woche der Besetzung im Sommer 2024 waren wir mit einem Baumhaus, das nicht im aktuellen Rodungsbereich stand, regelmäßig vor Ort.

Bei der Räumung wurde dieses auf Anordnung der Stadt Langen trotzdem zerstört, Inventar gestohlen, die Pressefreiheit stark eingeschränkt und Falschinformationen über die Besetzung verbreitet.

Verwaltung und die meisten Parteien in Langen stehen - wie fast überall wo es größeren Bergbau gibt - auf der Seite der Firmen, die den Rohstoff abbauen. Durch Ausbeutung natürlicher Ressourcen, die auf vormals öffentlichem Grund gewonnen werden, können diese Firmen hohe Renditen erwirtschaften und schütten Steuern an die betreffenden Gemeinden sowie Spenden an örtliche Vereine aus. Auf diese Weise kann man sich politische Beschlüsse für Erweiterungen der Abbauflächen leicht kaufen.

Durch den industriellen Abbau in großem Stil ist Bausand trotz inzwischen steigender Preise immernoch ein relativ günstiger Rohstoff und wird an vielen Stellen eingesetzt, ohne dass dies aus statischen Gründen nötig wäre. Wir fordern daher auf höheren Ebenen grundsätzlich eine angemessene Ressourcenbesteuerung zu Gunsten von Steuersenkungen bei Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer.