Windenergie nicht im Wald

Schneise zur Montage der Rotorblätter an WEA bei Roßdorf

Wir möchten die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald grundsätzlich vermeiden. Zur Montage der Rotorblätter muss für eine Windenergieanlage am Aufstellungsort ein größerer Streifen Wald gerodet werden. Auch für den Transport der Anlage müssen befestigte Wege existieren. Diese Eingriffe in die Natur möchten wir grundsätzlich vermeiden.

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat in den letzten Jahren zahlreiche Windvoranggebiete aus dem Regionalplan gestrichen. Die verbleibenden Gebiete liegen oftmals im Wald, weit entfernt von den nächsten Siedlungen. Es gibt vereinzelt geeignete Standorte im Wald - etwa dort, wo ökologisch wenig wertvolle Fichtenplantagen wegen des Klimawandels am absterben sind. Es muss, um solche Gelegenheitsflächen zu nutzen, jedoch mehr Flexibilität in die Ausweisung der Windvorranggebiete kommen.

Wir fordern die Wiederherstellung gestrichener Windvorranggebiete auf Ackerland, wie Nr. 224 und 218 bei Reinheim.Siehe Entwurf 2013, Sachlicher Teilplan Erneuerbare Energien, Regionalpan Südhessen

Ausbauziel

Obwohl bei Neutsch die ersten Windenergieanlagen in Südhessen entstanden sindhttps://www.hessenschau.de/tv-sendung/erste-windraeder-in-suedhessen,video-202956.html, hinkt der Landkreis Darmstadt-Dieburg mit dem Ausbau sehr hinterher. Im Bestreben, Waldflächen zu schützen, skalieren wir mit dieser Kommunalwahl unsere Ausbauziele nur noch anhand der landwirtschaftlichen Flächen. Wir haben für die Klimaliste eine deutschlandweit benötigte Erzeugungsleistung von 280 GW Windenergie onshore kalkuliert. In diesem Szenario gehen wir davon aus, dass 100 % der Überschüsse gespeichert werden können. Das ist unrealistisch, da man dafür so viele Speicher bauen müsste, dass die am wenigsten genutzten Anlagen nur wenige Tage im Jahr liefen. Es ist wirtschaftlicher, 20 % Überkapazität zu planen, die grundsätzlich abgeregelt werden, wenn genügend Energie verfügbar ist. Das ist nicht schlimm: Ein Windrad, das still steht, stört auch nicht. Szenarien, wie die ISE-Sudie vom Fraunhofer Institut gehen von 312 GW Onshore-Windenergie aus.https://www.energy-charts.info/charts/remod_installed_power_2024/chart.htm?l=de&c=DE&source=all&scenario=efficiency

Wir rechnen hier dennoch mit 280 GW installierter Leistung in Deutschland. Dies erreichen wir einerseits durch einen höheren Anteil von PV-Energie über das kostenoptimale Verhältnis hinaus, andererseits durch Verlagerung von Windenergie in Länder mit geringerer Einwohnerdichte. Eine solche Verlagerung ist jedoch nur sehr begrenzt möglich. Mit der Entscheidung für die Erdverkabelung der HGÜ-Trassen in Deutschland sind wir an Spannungen gebunden, die keinen relevanten transkontinentalen Energieaustausch erlauben. Mit aktuellen, technologischen Möglichkeiten und politischen Rahmenbedingungen kommen wir schwer mit weniger als der hier angekomenen Ausbauleistung aus.

Der vergleichsweise abgebildere Landkreis Alzey-Worms verfügt über nur sehr wenige Waldflächen. Die Windenergie ist hier ausschließlich auf landwirtschaftlichen Flächen verteilt.https://map.windturbinemap.com/?inbetriebnahmestartdatum=-2208988800&inbetriebnahmeenddatum=null&slider=Bruttoleistung+der+Einheit&slidervals=0&slidervale=15&betriebs=In+Betrieb%2CIn+Planung%2CVor%C3%BCbergehend+stillgelegt%2CEndg%C3%BCltig+stillgelegt&nachslider=Hersteller-Zusammenfassung&nach=&zoom=9.488931602511743¢er=8.71064%2C49.88683 Dennoch ist bereits über die Hälfte des final benötigten Ausbaus geschafft. Mit erwartbarem Repowering ist im Landkreis Alzey-Worms kaum noch eine Neuerschließung von Standorten für Windenergie erforderlich.

Warum uns die Erdverkabelung zu mehr Windenergie zwingt

Erdverkabelung für Hochspannungsanwendngen steckt noch in den Kinderschuhen. Es gibt die Befürchtung, dass fehlerhafte Kabelmuffen eine hohe Ausfallquote der Leitungen zur Folge haben werden. Da tiefwurzelnde Gewächse nicht in der Nähe der Kabel stehen dürfen, muss in Wäldern eine 40 m breite Schneise gerodet werden. Das ist für klassische Freileitungen nicht zwingend erforderlich, wenn man in hohe Masten investiert. Die Kosten für die Erdkabel sind nochmals um ein Vielfaches höher, als solche Masten. Wir reden für die im Bau befindlichen Projekte von Mehrkosten im zweistelligen milliarden-Bereich als Aufpreis für die Erdverkabelung.https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/stromtrasse-erdkabel-kosten-100.html Wir haben im Zuge der Landtagswahl in Hessen versucht, Südlink in Hessen als Freileitung planen zu lassen. Die Möglichkeit, 35 Milliaren Euro durch Umweltschutz zu sparen, interessiert politisch leider niemanden.

Mit eingeschränkten Möglichkeiten, Strom über weite Distanzen zu transportieren, müssen wir mehr Energie vor Ort erzeugen. Statt Strommasten wird die Landschaft daher jetzt mit Windenergie vollgestellt. Es ist jetzt zu spät, um an diesen Fehlentscheidungen noch etwas zu verändern. Wir versuchen, trotz der scheiternden Politik der etablierten Parteien, das beste aus der Lage zu machen.

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Vogelschutz

Wir möchten für alle neuen Windenergieanlagen im Landkreis Abschalteinrichtngen bei Vogelflug vorsehen. Das Kredo ist, mögichst große Anlagen zu bauen. Mit modernen Anlagen mit über 6 MW Nennleistung ist das Ausbauziel im Landkreis mit 60 Anlagen erreichbar. Mit Anlagenleistungen auf Niveau der ersten WEA bei Neutsch würden wür über 600 Windräder brauchen. Bei größeren Anlagen liegt auch ein größerer Teil des Rotors oberhalb der Flughöhe der meisten Vögel. Auch für Vögel ist ein Aufstieg in große Höhe anstrengend. Häufige Flughöhenwechsel werden daher vermieden. Daher lassen sich hochfliegende Vögel auch aus größerer Distanz erkennen und Anlagen abschalten.