Gemeinschaftliches Wohnen
fördern
Das Leben in einem Einpersonenhaushalt zählt neben Alter, Geschlecht
und Einkommen zu einem der wichtigsten Risikofaktoren für das Empfinden
von Einsamkeit. Dies stellte zuletzt auch die Studie Einsamkeit in
Deutschland des DIW https://www.diw.de/de/diw_01.c.935067.de/publikationen/wochenberichte/2025_05_1/
fest. Gemeinschaftliches Wohnen kann ein Instrument sein, um dem
entgegenzuwirken. Das Land Hessen unterstützt gemeinschaftliches Wohnen
durch eine Landesberatungsstelle, sowie finanzielle Mittel und
Förderungsprogramme. https://www.gemeinschaftliches-wohnen.de/start-der-landesberatungsstelle-gemeinschaftliches-wohnen-in-hessen/
In Stadt und Landkreis setzen wir uns für die
gezielte Förderung von gemeinschaftlichen Wohnprojekten ein. In
Darmstadt fordern wir daher den Ausbau der bestehenden
Koordinierungsstelle im Amt für Wohnungswesen. https://digitales-rathaus.darmstadt.de/kategorien/kontaktpersonen/koordinierungsstelle-fuer-gemeinschaftliche-wohnprojekte
Auch für den Landkreis Darmstadt-Dieburg soll ein vergleichbares
Beratungs- und Koordinierungsangebot geschaffen werden. Projekte, die
Menschen aller Altersgruppen einbeziehen sowie Inklusion und
Barrierefreiheit fördern, sollen dabei priorisiert unterstützt
werden.
Leerstand
besiegen und Leben in leere Räume bringen
In Darmstadt stehen trotz hoher Mieten sowie wachsendem
Wohnraumbedarf weiterhin Gebäude und Wohnungen leer. Weil das Problem
gerade in Darmstadt so drängend ist und etwa 3.000 Wohnungen leer
stehen, prüft Darmstadt aktuell eine Satzung gegen
Leerstand.https://www.fr.de/rhein-main/darmstadt/darmstadt-prueft-satzung-gegen-leerstand-trotz-mieterschutz-debatte-94112634.html
Wir begrüßen diese Entscheidung, möchten bei den Maßnahmen gegen
Leerstand aber noch weiter gehen. Leerstand muss konsequent reduziert,
Zwischennutzungen gefördert und bestehende Gebäude sozial, ökologisch
und tierfreundlich belebt werden. Wir setzen auf eine nachhaltige und
gemeinwohlorientierte Quartiersentwicklung in Darmstadt.
Um mehr Sichtbarkeit und Transparenz für leerstehende Gebäude zu
schaffen, sind wir für die Einführung eines kommunalen
Leerstandskatasters für Darmstadt.https://www.region-gestalten.bund.de/Region/DE/Potenzial_Leerstand/Instrumente/Erfassen/Leerstandskataster/Tirschenreuth/tirschenreuth_node.html
Dieses soll als Ergänzung zum freiwilligen Leerstandsmelder
https://darmstadt.le-an.de/leerstand-melden
dienen. Als Zwischennutzung kommt für uns auch die experimentelle
Nutzung von Flächen, beispielsweise mit der Umsetzung von Kunst- und
Kulturprojekten oder Nachbarschaftstreffs, infrage. Die Umwidmung von
nicht genutzten Gewerbe- oder Büroflächen zur Wohnnutzung soll
erleichtert werden, um vorübergehend oder längerfristig dringend
benötigten Wohnraum zu schaffen. Die tierfreundliche Nutzung von
Gebäuden kann durch die Umsetzung von Maßnahmen im Sinne des
Animal-Aided Design erfolgen. Auch die Nutzung der Gebäude für den
Tierschutz, also z. B. durch Tierschutzvereine, Initiativen oder als
Lernorte, kann dazu beitragen.
Regionales
Leerstandskonzept für den Landkreis Darmstadt-Dieburg
Im Landkreis Darmstadt-Dieburg herrscht Wohnungsmangel und rund 5.000
Wohnungen stehen leer.https://www.echo-online.de/lokales/kreis-darmstadt-dieburg/landkreis-darmstadt-dieburg/warum-so-viele-vermieter-in-darmstadt-dieburg-ihre-wohnungen-nicht-mehr-vermieten-4277316
Der demografische Wandel wird das aktuelle Leerstandsproblem im
Landkreis noch verstärken. Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg wollen
wir ein regionales Leerstandskonzept entwickeln. Städte und Gemeinden im
Landkreis sollen sich regelmäßig zu dem Thema austauschen und über die
lokal umgesetzten Maßnahmen berichten. Eigentümer:innen sollen den
Leerstand von Gebäuden beim Landkreis melden.
Bei der Vergabe von Flächen sollen Genossenschaften, Vereine und
Initiativen aus der Region, sowie tierschutzrelevante Nutzungen
priorisiert werden. Auf altengerechten Wohnungs(um)bau setzen wir dabei
einen besonderen Fokus. Ziel des Leerstandskonzeptes ist es, bestehende
Gebäude im Landkreis Darmstadt-Dieburg einer nachhaltigen Nutzung
zuzuführen und gleichzeitig neue Impulse für lokale Gemeinschaften,
soziale Projekte und umweltgerechte Raumplanung zu setzen. Durch die
aktive Erfassung und Vermittlung von Leerständen sollen geeignete
Objekte für gemeinschaftliche Wohn-, Kultur- oder Gewerbeprojekte
gefunden werden, anstatt neue Flächen zu versiegeln. Langfristig soll
das Leerstandskonzept einen Beitrag zur Belebung von Ortskernen, zur
Sicherung regionaler Identität und zur Förderung nachhaltiger Lebens-
und Wirtschaftsformen leisten.